Digitale Kommunalpolitik

Samstag, 28. September 2019

Nur wenige Kommunalpolitiker*innen haben eine eigene Webseite oder sind in den sozialen Medien aktiv – und das ist auch nachvollziehbar. Denn viele Mandatsträger*innen sind ehrenamtlich aktiv: mangelnde Zeit und/oder fehlendes technisches Know-how erschweren den Einstieg. Doch die Digitalisierung macht auch vor der Kommunalpolitik nicht halt. Webseiten und insbesondere soziale Netzwerke eröffnen Politiker*innen wie Aktivist*innen neue Wege, ihre Botschaften zu vermitteln und eine breite Wählerschaft zu erreichen.

Gleichzeitig ist die Kommunikation in den sozialen Netzwerken keine Einbahnstraße. Parteien und Politiker*innen stehen im direkten Kontakt mit den Menschen. Insbesondere die Kommunalpolitik, die viel stärker als Bundes- und Landespolitik von persönlichem Kontakt zwischen Mandatsträger*in und Wähler*in lebt, kann davon profitieren.

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend lud das Helene Weber Kolleg daher engagierte Kommunalpolitikerinnen und politische Neueinsteigerinnen aus ganz Deutschland zum 3. KommunalCampus ein.

Der Kongress zeigte, wie Kommunalpolitik im digitalen Zeitalter partizipativ und bürgernah gestaltet werden kann, wie Kommunalpolitikerinnen die sozialen Medien erfolgreich für sich nutzen können, welche Perspektiven virtuell basiertes politisches Engagement bietet und auch wie mit feindseligen Kommentaren umgegangen werden kann.

Speaker*innen

Marlen Pankonin

Marlen Pankonin leitet seit 2014 das Wahlkreisbüro eines Bundestagsabgeordneten. Sie selbst sagt, es ist ihr Traumjob. Nachdem ihre zwei Söhne aus dem Gröbsten raus waren, hat sie die Politik für sich entdeckt. Erst engagierte sie sich ehrenamtlich in der Elternarbeit, dann in der SPD. Hier war sie fast sechs Jahre lang Vorsitzende des Heidelberger Kreisverbands und Kandidatin für die Landtagswahl 2016. Aktuell ist Marlen Pankonin Mitglied im Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg.

Alexa Schaegner / politik-digital e.V.

Alexa Schaegner studierte Politikwissenschaften und Publizistik an der Universität Wien und der Freien Universität Berlin. Seit April 2013 arbeitet sie in der Redaktion von politik-digital.de. Als Redakteurin organisierte sie unter anderem digitale Formate der politischen Kommunikation wie die Digitale Bürgersprechstunde und die Berliner Hinterhofgespräche und schrieb an einem Gutachten für das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) zur Online-Bürgerbeteiligung an der Parlamentsarbeit mit. Seit Anfang 2015 ist sie operative Leiterin des digitalen Partizipationsprojekts für Schulen “aula: Schule gemeinsam gestalten“.

Anna Schiff / Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

Anna Schiff ist zertifizierte Social Media Managerin und studierte Geschlechterforscherin. Sie hat mehrjährige Erfahrung im Bereich der digitalen Öffentlichkeitsarbeit für NGO’s und Stiftungen. Für die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat sie die Broschüre »Ist doch ein Kompliment. Behauptungen und Fakten zu Sexismus« verfasst. Darin werden niedrigschwellig Argumente an die Hand gegeben, um Sexismus und sexistischen Äußerungen begegnen zu können.

Martin Fuchs / Politik- und Digitalberater

Martin Fuchs berät Regierungen, Parlamente, Parteien, Politiker*innen und Verwaltungen in digitaler Kommunikation. Zuvor arbeitete er als Politik- und Strategieberater in Brüssel und Berlin. Seit 2008 ist er Lehrbeauftragter für Public Affairs an der Universität Passau und Dozent für Social Media und Politik an weiteren Hochschulen. Martin Fuchs ist Gründer der Social-Media-Analyse und Benchmarking-Plattform pluragraph.de und bloggt über Social Media in der Politik unter hamburger-wahlbeobachter.de. Als Kolumnist des Fachmagazins „Politik & Kommunikation“ und Gastautor u.a. für NZZ, ZEIT ONLINE, Hamburger Abendblatt und andere Medien schreibt er über digitale Kommunikation.

Johannah Illgner / Plan W

Johannah Illgner ist Politikwissenschaftlerin und Gründerin sowie Inhaberin von Plan W, der Agentur für strategische Kommunikation. Die Agentur bietet diversitybewusste und gendersensible Kommunikationsberatung für Akteur*innen aus Wirtschaft, Parteien, Verwaltungen, Verbänden und NGOs an. Sie hat sich den Themen Diversity, Empowerment von Frauen und weibliche Netzwerke verschrieben – arbeitet aber auch an Queerschnittsthemen wie New Work und Digitalisierung.

Sina Laubenstein / Neue deutsche Medienmacher*innen

Sina Laubenstein ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet seit 2016 bei den Neuen deutschen Medienmacher*innen. Als Projektmanagerin ist sie für die Umsetzung der Europarats-Initiative No Hate Speech Movement in Deutschland zuständig. Die Neuen deutschen Medienmacher*innen setzen sich für mehr Vielfalt in den Medien und diskriminierungssensible Berichterstattung ein, das "No Hate Speech Movement" empowert Menschen, sich gegen Hass im Netz stark zu machen. Nicht nur beruflich, auch privat ist Sina Laubenstein auf und in den sozialen Medien unterwegs.

Moderation: Stefanie Lohaus

Stefanie Lohaus ist Leiterin Kommunikation der EAF Berlin. Anfang 2008 war sie eine der vier Gründerinnen des Missy Magazine, das sie zehn Jahre lang als Geschäftsführende Redakteurin leitete und dessen Herausgeberin sie bis heute ist. Außerdem ist sie Gründungsmitglied der Kolumnenredaktion 10nach8 auf Zeit Online. 2016 war sie Mitverfasserin der Kampagne #ausnahmslos gegen sexualisierte Gewalt und gegen Rassismus.