Kandidierende zur Bundestagswahl 2021

Bayern

Die EAF Berlin hat im Rahmen des Helene Weber Kollegs die Kandidierenden in den Wahlkreisen und auf den Landeslisten der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien recherchiert. Die Daten geben Auskunft darüber, wie hoch der Frauenanteil auf den Landeslisten und unter den Direktkandidaturen bei den aktuell im Bundestag vertretenen Parteien ist. 

 

Wie viele Frauen wurden in Bayern auf den Landeslisten der Parteien aufgestellt?

Von den insgesamt 325 Kandidaturen in Bayern zur Bundestagswahl kommen 135 von Frauen. Das entspricht einem Frauenanteil unter den Kandidaturen von 41,5 Prozent.

Die GRÜNEN, die LINKEN und erstmals auch die CSU treten mit einer paritätisch besetzten Kandidatenliste für die Bundestagswahl im September an. Die Grünen und die Linken taten dies bereits zur Bundestagswahl 2017 wohingegen die CDU damals nur auf einen Frauenanteil von 27 Prozent kam. Die SPD besetzt 20 von ihren 46 Plätzen auf der Liste mit einer Frau und erreicht damit einen Anteil von 43 Prozent (2017: 36 Prozent) - die Plätze 1 - 40 wurden paritätisch besetzt.

Die FDP besetzt 18 von 71 Plätzen auf ihrer Liste mit einer Frau und erreicht damit einen Frauenanteil von 25 Prozent. 2017 kamen sie auf 18 Prozent. Das Schlusslicht bildet die AFD mit einem Frauenanteil von 12 Prozent (2017: 13 Prozent). Sie schicken nur 3 Frauen bei insgesamt 26 Plätzen ins Rennen für die Bundestagswahl 2021.

 

Auf welchen Plätzen sind Frauen auf den Landeslisten der Parteien in Bayern aufgestellt?

Der Frauenanteil von 41,5 Prozent unter den Kandidat*innen in Bayern zeigt bereits eine Tendenz der parteiinternen Ansprüche hinsichtlich eines ausgeglichenen Verhältnisses von Frauen und Männern, gibt jedoch keine Auskunft darüber, ob Frauen auch auf aussichtsreichen Plätzen aufgestellt werden. Erhebungen zeigen beim Blick auf die Nominierung der Kandidatinnen und auf die tatsächlich Gewählten, dass große Unterschiede zwischen den Parteien zu erkennen sind. Aus diesem Grund ist ein Blick auf die genaue Platzierung von Frauen auf den Landeslisten der Parteien ebenfalls sinnvoll:

 

Wie viele Frauen werden als Direktkandidatinnen aufgestellt? 

Bei den Landeslisten wird ein Frauenanteil von rund 42 Prozent erreicht - dieser ist verhältnismäßig hoch. In den Wahlkreisen sieht das jedoch anders aus. Die insgesamt 46 Wahlkreise in Bayern werden von den Parteien mehrheitlich mit männlichen Kandidierenden besetzt - nur 28,6 Prozent der Direktkandidaturen gingen an eine Frau. Dieser ist besonders bei Parteien wie der CSU von Bedeutung. Denn sie besetzen zu dieser Wahl zwar ihre Landesliste paritätisch jedoch hat diese eine eher untergeordnete Bedeutung, da sich die CSU-Kandidierenden in früheren Jahren immer in den Wahlkreisen direkt durchsetzen konnten und nicht auf einen Listenplatz angewiesen waren. Bei den Direktkandidaturen kommt die CSU nur auf einen Frauenanteil von 22 Prozent.