Frauen in der Politik

Frauenanteile in Parlamenten – Zahlen und Fakten

„Das braucht einfach Zeit!“, wird häufig als Argument ins Feld geführt, um die Unterrepräsentanz von Frauen in der Politik zu erklären. Die Daten und Fakten, mit denen sich die Entwicklung der Frauenanteile in den letzten beiden Jahrzehnten und insbesondere bei den letzten Wahlen nachzeichnen lassen, sprechen jedoch eine andere Sprache. Stagnation und sogar Rückschritte bei den Frauenanteilen in der Politik sind hier an der Tagesordnung.

Am 19. Januar 1919 fand die Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung statt – erstmalig unter der Beteiligung von Frauen als Wählerinnen und Gewählte. Der Frauenanteil damals betrug 8,7 Prozent und wurde erst bei der Wahl des Deutschen Bundestages im Jahre 1987 deutlich überschritten. Wo stehen wir heute, 100 Jahre später, bezüglich der Umsetzung des passiven Frauenwahlrechts, also bezüglich der Frauenanteile unter den Gewählten? In keinem deutschen Parlament sind Frauen seit 1919 gleichberechtigt vertreten*:

Kommunalebene

  • 25 Prozent Frauen in kommunalen Vertretungen

  • 10 Prozent (Ober-)Bürgermeisterinnen


Landesebene

  • 30 Prozent Frauen in Landtagen

  • Spannbreite von 41 Prozent in Thüringen bis 25 Prozent in Baden-Württemberg

  • Zwei Ministerpräsidentinnen


Bundesebene

  • 30,9 Prozent weibliche Abgeordnete

  • Fraktionelle Spannbreite von 11 Prozent bei AfD bis zu 58 Prozent Bündnis 90/Die Grünen

  • 7 Prozentpunkte weniger weibliche Abgeordnete als im vorherigen Bundestag

*Stand Februar 2019